Auf dem Weg zum hochgelobten Örtchen Ketzin wurden wir von fünf Booten verfolgt. Bei der Anfahrt hat Tom sich vertan, und wir haben zuerst die falschen Stege angesteuert. Zwei unserer Verfolger nutzten die Chance und waren da schon an uns vorbei. Der dritte machte keine Anstalten, uns wieder vor sich einscheren zu lassen. Zum Glück kamen wir von rechts und durften uns reindrängeln ‒ und den letzten freien Liegeplatz ergattern.
Die Freude währte nur kurz.
Im Hafen der Stadt Ketzin liegen die Boote dicht an dicht nebeneinander. Und sie sind alle besetzt, denn dieser Hafen hat keine Dauerliegeplätze für Leute, die ihr Boot ab und an mal benutzen, sondern hier liegen nur Tageslieger, also Reisende, die den Tag auf ihrem Boot verbringen, wenn sie denn nicht gerade einkaufen oder duschen sind.
Toms schlimmste Alpträume von Wohnmobilstellplätzen wurden hier wahr ‒ nur eben auf dem Wasser und noch viel dichter, als man Wohnmobile jemals nebeneinander parken könnte. Die Bootsnachbarn hören jedes Wort und können einem auf den Teller schauen. Tom hat nachts ernsthaft darüber nachgedacht, am nächsten Tag die Heimreise anzutreten.
Beim Fahren müssen wir uns enorm konzentrieren. Außer uns sind Schwimmer, Wanderpaddler, Surfer, Kinder auf Luftmatratzen, Stand‒Up‒Paddler, Segler, langsame Motorboote, Hunderte von Flößen, schnelle Motorboote, Jetski‒Fahrer, Binnenschiffer und Fahrgastschiffe unterwegs. Sie kommen aus allen Richtungen, und nicht immer ist zu erkennen, wohin sie wollen.
Gedrängel auf dem Wasser, überfüllte Häfen ‒ unser Traum von Brandenburg sah anders aus.