Im Rathaus befindet sich ein kleines Museum, in dem die Geschichte des "Hauptmanns von Köpenick" ausführlich dokumentiert wird.
Der gelernte Schuhmacher Wilhelm Voigt (1849 ‒ 1922) erwarb sich seinen Lebensunterhalt mit Urkundenfälschungen, Einbrüchen und Diebstählen. Das Rathaus von Köpenick hatte es ihm angetan, weil der Ort über die Eisenbahn an Berlin angebunden war und somit ein idealer Fluchtweg bestand. Voigt wusste, dass erhebliche Geldbestände im Rathaus gelagert waren. Er kaufte sich eine gebrauchte Uniform eines Hauptmanns und fuhr am 16. Oktober 1906 zur Militärbadeanstalt in Plötzensee. Die dortigen Wachen stellte er unter sein Kommando und fuhr mit dem Trupp mit der Bahn nach Köpenick. Am Bahnhof spendierte er den Soldaten Bockwurst und Bier. Anschließend wurde das Rathaus besetzt, der Bürgermeister verhaftet und die Stadtkasse beschlagnahmt. Voigt verschwand mit den ca. 4000 Mark und tauchte in Berlin unter. Zehn Tage später wurde er beim Frühstück verhaftet, nachdem ein ehemaliger Zellengenosse, der von Voigts Plänen wusste, der Polizei in Erwartung der hohen Belohnung einen Tipp gegeben hatte.